Das Szenario Miteinander: „In zwei Welten“


So hat sich die deutsche Gesellschaft bis zum Jahr 2037 entwickelt...

In 20 Jahren leben wir in einer Welt des Miteinanders. Die Gesellschaft des Miteinanders funktioniert, weil zugleich eine virtuelle Welt existiert, in der man Aggressionen oder Ähnliches loswird. Rassismus, Kriminalität und Gewalt werden dadurch in der realen Welt verhindert. Rassismus wird in der Gesellschaft des Miteinanders im Jahr 2037 als Krankheit angesehen und als solche behandelt.

Reale Welt
Die reale Welt fördert die Integration von Migranten. Normalität ist das Anderssein. Jeder deutscher Haushalt nimmt einen Flüchtling bzw. eine Flüchtlingsfamilie auf und bekommt dafür staatliche Entlastung. In der Schule gibt es neue Unterrichtsfächer, wie z.B. die Deutschbeibringstunde“. Somit fördert man das Miteinander. Kinder lehren anderen Kindern die deutsche Sprache. Dadurch wird die Sozialfähigkeit von klein auf erlernt. Jeder Bürger hat gleiche Rechte – herkunfts-unabhängig – und muss sich an das Gesetz halten. Jedem steht der gleiche Satz an Sozialhilfe zu. Dieser Sozialstaat kann aufgrund von Einsparungen im Wohnungsbau finanziert werden. Auch Religionsfreiheit gilt für alle, dennoch darf man seine Religion nicht in der Öffentlichkeit ausüben. Das ist jedoch kein Problem, da sich alle Religionen einander angepasst haben und somit alle respektvoll und tolerant miteinander umgehen.

Virtuelle Welt
Die virtuelle Welt ist ein Holodeck. Im Holodeck herrscht Anarchie. Es gibt keine Regeln, und man darf machen, was man möchte, Aggressionen auslassen oder auch in den Urlaub fahren. In der virtuellen Welt lebt Dein Avatar, den Du mit Deinen Gedanken steuern kannst. Dennoch sieht alles in der virtuellen Welt genauso aus wie in der realen Welt. Auch Deine Mitmenschen sind die gleichen. Nur Du weißt, was in Deiner Welt passiert und niemand kann in Deine Welt hineinschauen. Außer der Staat. Er kontrolliert, jedoch im Unwissen der Bürger, die virtuelle Welt. Dadurch kann es passieren, dass Bürger ins Krankenhaus eingewiesen werden, wenn gehäuft negative Gedanken im virtuellen Raum geäußert werden.


Eine Szene, die sich im Jahr 2037 zugetragen hat...

Auftretende Personen

Freddy Fuchs: Sohn von Frau Fuchs, besitzt außergewöhnliche technische Fähigkeiten.

Beate Fuchs: Mutter von Freddy Fuchs, sehr gestresst durch Arbeit und den aufgenommenen Flüchtling, eine Frau.

Flüchtling: Freut sich über ihre nette und liebe Art, ist sehr froh über die Aufnahme in die Familie Fuchs, versteht das System des Staates nicht genau.

Beates beste Freundin: Nimmt den Flüchtling während Beates Verhaftung auf, ist eine große Befürworterin des staatlichen Systems.

Nachrichtensprecher: hält zur Regierung.

Regierung: Rechtfertigt sich für Verhaftungen und mischt sich stark in das Leben der Bürger ein.

Im Wohnzimmer…

Freundin: Komm, lass uns doch mal wieder die Nachrichten schauen. (knipst den Fernseher an)

Sprecher der Tagesthemen: Sehr geehrte Damen und Herren, und herzlich willkommen zur Tagesschau. Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum auf einmal Ihr Nachbar willkürlich wegen Verdacht auf Rassismus und Aggressionen in das Krankenhaus eingewiesen wurde? Der Computerspezialist Freddy Fuchs hat sich in die hoch sicheren Systeme der Regierung eingeschlichen und nun ist klar: Die virtuelle Welt wird von der Regierung überwacht! Doch das ist kein Grund zur Aufregung. Wir leben in einer Welt des Miteinanders und haben nichts voreinander zu verheimlichen. Wie sehen Sie das, Herr Fuchs?

Freddy Fuchs: Eines Tages wurde meine Mutter abgeführt und ich habe mich gefragt: Warum? Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie von der schweren Krankheit Rassismus befallen wurde! Also nutzte ich meine guten technischen Fähigkeiten und recherchierte, bildete Quellcodes und hackte mich in das System ein. Ich hatte schon lange den Verdacht, dass uns die Regierung kontrolliert. Doch am Ende habe ich verstanden, warum das so ist. Meine Mutter ist seitdem wie verwandelt. Sie ist jetzt so liebenswürdig und respektvoll.

Sprecher der Tagesthemen: Vielen Dank, Freddy Fuchs.

Regierungssprecherin hackt sich in die Tagesthemen…

Regierungssprecherin: Entschuldigung für die Störung! Die Familie Fuchs ist das beste Beispiel für die Behandlung von Rassismus.

Sprecher der Tagesthemen: Ähhh, guten Tag Frau Regierungssprecherin… Fahren Sie ruhig fort!

Regierungssprecherin: Beate Fuchs war schwer von der Krankheit Rassismus betroffen. Sie plante, Ihre Aggressionen an ihrer Mitbewohnerin auszulassen. Sehen sie selbst, wie stark der Rassismus ihren Kopf befallen hatte. Sie werden jetzt einmalig eine Aufnahme sehen. Links sehen sie die reale Welt und rechts die virtuellen Aufnahmen.

Ein Videoclip von der Wohnung der Familie Fuchs wird gezeigt… (Videoaufnahme) Beate lässt sich auf einen Stuhl plumpsen.

Beate: Ich kann nicht mehr! Das ist alles zu viel für mich. Die Arbeit, meine neue Mitbewohnerin…

Beates Avatar erwacht.

Beate: Ich brauche ein Schwert…

Beates Avatar nimmt ein Schwert und nähert sich der virtuellen Mitbewohnerin Beates. In diesem Moment betritt ein Polizist Beates Wohnung in der realen Welt.

Polizist: Entschuldigen Sie, ich muss Sie jetzt abführen.

Beate: Ich habe nichts gemacht! Lassen Sie mich los.

Polizist: Doch! Sie haben zum wiederholten Male solche Aggressionen gezeigt. Wir werden Sie wegen „Rassismusverdacht“ untersuchen.

Im Fernsehstudio…

Regierungssprecherin: Das war vor einer Woche. Inzwischen ist Beate wieder wohl auf und wurde von der Krankheit geheilt.

Sprecher der Tagesthemen: Vielen Dank, Frau Regierungssprecherin. Verehrte Zuschauer: Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und bis nächstes Mal!

Im Wohnzimmer…

Flüchtling: Beate wollte mir was antun! Sie war so ein netter Mensch. Wo hat sie sich angesteckt? Etwa bei Dir, ihrer besten Freundin?

Freundin: Nein, meine Liebe, so etwas machen wir nicht. Wir leben im Miteinander.

Flüchtling: Ihr immer mit Eurem Miteinander. Ihr wollt Euch doch in Wirklichkeit alle gegenseitig umbringen und uns gleich mit!

Freundin: Es geht nicht um Euch und uns! Wir sind ein WIR! Was redest Du denn da?

Flüchtling: Wir sind ein WIR!? Beate wollte mir was antun!

Freundin: Vielleicht hat sie sich bei Dir angesteckt!

Wieder betritt der Polizist die Wohnung…

Polizist: Entschuldigen Sie, aber ich muss Sie jetzt abführen.

(Polizist bringt die neue Mitbewohnerin der Freundin wegen „Rassismusverdacht“ ins Krankenhaus.)